Wissenschaft

Ryondar ist nicht besonders weit entwickelt. Die Angst vor Magie hätte zu einer verstärkten Entwicklung der Technik führen können, dies wird jedoch dadurch verhindert, daß das Land keinen gesicherten Zugang zu seinen Bodenschätzen hat. Der Aberglaube und die paranoide Furcht vor Magie wiederum behindern und lähmen die wissenschaftliche Forschung, und der permanente Kriegszustand gegen Tadar sowie die Isolierung durch Xal-Kattra verhindern den Einfluß fremder Ideen, so daß das Land in einer Art geistiger Starre steckt und sich kaum zu bewegen wagt.
Trotzdem gibt es immer wieder Menschen, die den Schritt ins Unbekannte wagen, aller Furcht und manchen Gesetzen zum Trotz.
Hier soll nur beschrieben werden, wie sich die allgemeine Lähmung auf die verschiedenen Sachgebiete auswirkt.

Astronomie

Da Ferngläser in Ryondar noch unbekannt sind (in östlicheren Ländern gibt es sie schon), beschränkt sich die Astronomie auf die Erkenntnisse, die man durch genaue Beobachtung mit bloßem Auge gewinnen kann. Die Kenntnis der Sternbilder tief im Süden (über dem ehemaligen Südkontinent) und der Vergleich mit den Sternen über Ryondar hat dazu geführt, daß die Kugelform Arauns als gegeben angenommen wird. Besonderes Interesse gilt seit einigen Jahrzehnten dem merklich kürzeren zeitlichen Intervall zwischen dem Auftreten der Dunklen Tage.

Biologie

Hier gibt es weder abergläubische noch sonstige Beschränkungen außer der unerfreulichen Tendenz, intelligente nichtmenschliche Spezies für minderwertig zu halten.

Buchdruck

Johannes Gutenberg (Iain Mynodandai) ist noch nicht geboren. Schriften werden mühsam und akribisch von Hand übertragen.

Drachenkunde

Die Drachenpriesterinnen hüten eifersüchtig ihr Wissen über die Drachen. Im Tiefland ist recht wenig über die großen Echsen bekannt.

Elemente

Die Elemente werden als Bedrohung eingeschätzt, was bei mehreren Erdbeben in der Woche und häufigen Stürmen auch nicht überrascht. Die Erforschung beschränkt sich hierbei auf Defensive und Frühwarnung.

Geschichte

Die ryondrisch/anturische Geschichte reicht fast 3000 Jahre zurück. Die Geschichte bis zum Untergang des Südkontinents ist allerdings nur noch fragmentarisch bekannt, da eine ganze Bibliothek an Bord eines der Schiffe in der letzten großen Sturmflut versank. Die Geschichte der verschiedenen Völker in Kardath/Ryondar ist eine Kette von Mißverständnissen, Aberglauben und Ignoranz.

Götter- und Geisterwelt

Über die Götter ist recht viel bekannt, aber auch hier gibt es eine Reihe von fatalen Irrtümern. Über die Geisterwelt ist bekannt, daß es sie gibt, aber die meisten Leute können nicht zwischen Geistern und Dämonen unterscheiden und wehren sich daher vehement gegen eine Erforschung der Welt jenseits der Spiegel. Nur ganz wenige, darunter Eldain vara-Lydina, Beraterin von Argon Meret, wagen sich in das Unbekannte vor.

Kunst

Kunst ist in Ryondar strikt auf zwei Bereiche begrenzt: Kunst im Dienst der Tempel (also Verzierung, Bildhauerei, Herstellung kunstvoller Gefäße etc.) und Portraitmalerei bzw. die Darstellung gewaltiger Schlachten auf geknüpften Teppichen. Jede Andeutung einer magischen Zwischen- oder Unterwelt ist verpönt, allerdings gibt es im Tempel in Arithia ein Gemälde, auf dem König Elgerion (interessanterweise mit einem Schwert) eine Horde finsterer, mißgestalteter Geschöpfe in eine Berghöhle treibt. Außerdem stecken einige seltsame Wesen im Gewirr des Neunten Tores im Tempel.
Auf Iunis werden durchaus kleine kiddûn-Figuren aus Ton, Stein und Holz hergestellt, aber sie werden als abwehrende Darstellungen gedeutet. Durch diese Umdeutung hat sich immerhin das Wissen um Existenz und Aussehen verschiedener kiddûn-Arten erhalten.

Landkunde

Das Land ist bestens vermessen, erkundet und erforscht. Landkarten sind meist unglaublich detailliert ausgearbeitet und enthalten unzählige Informationen. Die Kartenzeichnerin Eilana Brean stellte als erste die Größe von Caint fest.

Literatur

Die Literatur befindet sich auf dem Niveau der heroischen Erzählung und epischen Dichtung. Einzelne namhafte "Autoren" gibt es nicht. An den epischen Gesängen und Erzählungen der Machoisanna schreibt jeder Meister mit, wie es das Amt erfordert, so daß es keine geistige Urheberschaft gibt. Die Hauptaufgabe der erzählenden Literatur ist die Bewahrung großer (und kleiner) Namen, und das bloße Aufschreiben eines Namens hat schon die Macht, ihn dem Vergessen zu entreißen. Allerdings nur, wenn dieses Aufschreiben mit der offiziellen Genehmigung der Machoisanna geschieht. Fiktive oder phantastische Literatur (zB fiktive Reiseberichte oder Utopien) gibt es nicht.

Magie

Was für ein Zeug? So etwas gibt es nicht. Man sollte das Wort nicht einmal denken.

Medizin

Durch jahrhundertelange Erfahrung mit Körpern, die durch scharfe oder spitze Gegenständen beschädigt wurden, besitzen die ryondrischen Heiler eine recht genaue Kenntnis vom anatomischen Aufbau des Menschen und haben eine Vielzahl von Möglichkeiten, ihn zu behandeln. Hier gibt es keinerlei abergläubische Bedenken, und man greift auch gerne auf das Wissen der kräuterkundigen Kardian zurück.

Metallgewinnung und -verarbeitung

Sowohl Ryondari als auch Anturier und Kardian konnten Metalle gewinnen und verarbeiten. Die Kenntnisse dazu sind vorhanden. Seit Elgerion aber die kiddûn unter die Erde getrieben hat, kommt es aus Angst vor Angriffen (die es auch tatsächlich gegeben hat) nicht mehr zum Abbau, und die alten Erzminen sind verlassen. Eine Ausnahme ist die Mine in den Silberbergen, in der Strafgefangene unter die Erde geschickt werden, während die Priester laufend Bannflüche gegen die kiddûn schleudern und sie zurückdrängen. Die meisten Metallgegenstände und Waffen müssen aus dem Ausland eingekauft werden, was das Land an den Rand des finanziellen Ruins gebracht hat. Es gibt ja nicht einmal vernünftiges Geld. Im Berg Nidd in Pahadd gibt es ein riesiges Eisenerzvorkommen; zur Zeit wird überlegt, wie man an diesen Schatz herankommen kann, ohne Elgerions Bann zu brechen.

Musik

Die Musik ist durch die Machoisanna zu einer erstaunlichen Präzision, Vielfalt und Kunstfertigkeit gelangt. Alle Arten und Variationen der Harmonie und Disharmonie wurden erforscht, analysiert und klassifiziert. Und dann gibt es noch den buntschillernden, anarchischen Mischmasch, den die machapajit produzieren und der selbstverständlich von der Machoisanna nicht als Musik im hehren Sinne des Wortes anerkannt wird.

Optik

Die Kunst des Glasschleifens ist in Ryondar nur vom Hörensagen bekannt. 

Physik

Hebelgesetze, mechanische Gesetze etc. sind bekannt. Der Mangel an Metall zwingt die Forscher dazu, sich mit den physikalischen Eigenschaften von Holz, Stein, Drachenschuppen und Leder zu beschäftigen und sie nach Möglichkeit zu nutzen.

Pflanzenkunde

Die Pflanzenkunde ist sehr verbreitet und wird mit Eifer studiert, auch wenn man feststellen mußte, daß auch einige Pflanzen zu den kiddûn gehörten. Seit Elgerions Bann scheinen die meisten Pflanzen jedoch "geistlos" zu sein. Eine Ausnahme sind die Geisterbäume, die man weder fällen noch verbrennen kann und auf die man daher einfach achtgeben muß.

Schrift

Die ryondrische Schrift ist komplex und variantenreich, und hartnäckig hält sich das Gerücht, daß eine Unterart der Schrift entwickelt wurde, in der die Unter- und Überstriche, Punkte und Satzendzeichen geheime Informationen enthalten.
Eine merkwürdige Erfindung ist die mindestens ebenso komplexe Symbolschrift der Machoisanna, mit der die Mitglieder der Zunft einander wichtige Botschaften und Nachrichten zukommen lassen.

Technik

Technisch befindet sich Ryondar in der Bronzezeit und fällt dadurch gegenüber Erzfeinden wie Tadar kontinuierlich zurück. 

Völkerkunde

Ryondari und Anturier wissen übereinander recht gut Bescheid. Über die Kardian wissen sie sehr wenig. Man weiß, daß Kardian sich gut als Sklaven für anturische Häuser eignen, weil sie sich mit den Häusern identifizieren; ansonsten erschöpft sich das Interesse darin, daß man sie grob zur Seite stößt, wenn sie im Weg sind. Die Kardian wissen über die Eroberer, daß man ihnen besser aus dem Weg geht.
Über die Nachbarvölker ist wenig bekannt; am meisten weiß man noch über die tadarischen Feinde (doch selbst der Name Tadar ist ryondrisch und bedeutet "Nordland". Der tadarische Name des Landes ist Angidra). Schon Gwaed ist den meisten Menschen unbekannt, und über Xal-Kattra weiß man wenig mehr, als daß es ein riesiges Waldland ist, das von einer unsterblichen Gottkaiserin beherrscht wird. Der Metallhandel wird überwiegend mit xalesischen Händlern abgewickelt.
Die Länder des Ostens werden Außenländer genannt. Irgendwo dort soll Kheliun liegen. Den Eroberern ist bisher nicht einmal der wirkliche Name des Kontinentes bekannt.

Zeitrechnung

Die Zeitrechnung beginnt mit der Landung der Flüchtlingsschiffe. In der offiziellen Geschichtsschreibung der Machoisanna klaffen merkwürdigerweise große Lücken, wo früher einmal die Vernichtungskriege gegen Kardian, khelari und kiddûn wenigstens beiläufig erwähnt wurden.

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